Zählen doch nicht auch die inneren Werte?

Geschrieben von kingalca am 22. Juli 2012
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Zählen doch nicht auch die inneren Werte?

Habe mich Freitag nach ziemlich betrunken und konnte mal wieder etwas philosophieren. Diesmal ging es darum, ob Menschen lügen, wenn Sie sagen „dass die inneren Werte mehr zählen, als das Aussehen“.

Nun, ich möchte hier mal meinen Standpunkt kundtun, den nicht umbedingt jeder teilen muss. Da ich alles sehr gerne sehr objektiv und dennoch kritisch betrachte müssen wir die Frage erst einmal auseinander ziehen. Und am Ende des Artikels gibt es dann meine Meinung auf die Frage. (Für die, die tl;dr eigentlich überall anwenden.. :P)

Was steht dem menschlichen Wesen denn im Weg, auf der Suche nach einem Lebensgefährten bzw. Fortpflanzungspartner? Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Frauen sich generell die stärksten Männer gesucht haben und Männer die schönsten Frauen, da die Chance, ein schönes und trotzdem starkes Kind zu zeugen der tiefere „Sinn“ der damals primitiven Spezies war.

Deshalb waren auch Beerensammler oft nicht so begehrt wie die großen starken Jäger. Heutzutage sind wir in einer Situation angelangt, in der wir uns nicht mehr zwangsläufig den Stärsten oder die Schönste aussuchen MÜSSEN um auch nachträglich sicherzustellen, dass unsere Blutlinie nicht irgendwann in einer Höhle verendet. Daher wäre erst mal die erste implizierte Frage beantwortet – der Mensch ist evolutionstechnisch dazu veranlagt sich die Schönste oder den uns Stärksten – eben denjenigen – auszusuchen, der in unserem Ermessen dazu fähig wäre, das Fortbestehen meines Blutes zu gewährleisten (wobei schöne Menschen jetzt nicht unbedingt einen Bären töten können, aber das ist natürlich eine andere Sache).

Kommen wir zum zweiten Teil. Sind die inneren Werte, also der Charakter eines jeden, Wichtig für eine zwischenmenschliche Beziehung, sei sie nur freundschaftlicher Natur? Ich finde schon. Eine schöne Frau hat heutzutage keine großen Schwierigkeiten mehr irgendwas zu bekommen, was Sie will. Sie kann, prinzipiell, alles haben. Wenn es da nicht die sog. „Arschlöcher“ gäbe, von denen Frauen nach einer Beziehung immer reden. Aber wollen wir mal nicht vom Thema abschweifen. Meine beste Freundin ist durchaus eine sehr schöne Frau, sie ist nett, zuvorkommend, freundlich, hat Humor und hat auch ebenfalls ein schönes Gesicht. Doch leider, so sagt sie selbst häufig, hat sie einfach ein paar (in ihrem Fall ein paar mehr) Kilos zu viel drauf. Aber es ist nicht so, dass Sie das kundtut, dass Sie diese Beschaffenheit stört.

Ich mag sie, weil Sie damit umgeht. Weil es Ihr egal ist. Und dass finde ich so toll an Ihr.

Aber dennoch würde sich mein Kopf gegen eine Beziehung mit Ihr wehren, nicht zuletzt weil Sie meine beste Freundin ist. Es ist durchaus so, dass Ich am „Markt“ eine Auswahl habe, man kann sich das so vorstellen wie… wie die Größe eines neuen Fernsehers in Relation zu seinem Preis.

Ein 46″ Bildschirm von Samsung kostet Beispielsweiße 550 Euro oder aber auch 1200 Euro. Trotzdem können mir beide das gleiche Bild anzeigen. Es liegt vermutlich auf der Hand, welchen Fernseher ich mir eher kaufe. Klar, den für 1200 Euro, denn schliesslich muss er besser sein. Ich will damit nicht sagen, dass jemand, der optisch womöglich nicht ganz optimal ist schlechter ist, als jemand, der keinerlei Makel aufzuweisen hat, aber wenn wir mal ehrlich sind, dann steht folgendes fest:

Der Mensch wird auch in Zukunft weiterhin oberflächlich einen Menschen beurteilen, ganz egal wie nett oder lustig er sein mag. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass man das oberflächliche Dinge binnen weniger Sekunden, den Charakter des Menschen jedoch erst nach Monaten – und selbst dann nur ansatzweiße, beurteilen kann.

Ich finde aber auch, dass unsere Gesellschaft heutzutage viel zu große.. wie soll ich sagen.. Probleme aufbringt. Modelagenturen und Designerhersteller von Markenklamotten zwingen schöne Frauen indirekt dazu, sich total abzumagern. Schönheitsideale werden an Orten geschaffen, an denen keine angebracht sind. Der Mensch wird in eine Konsumgesellschaft hineingeboren und auch so erzogen.

Das alles, so finde ich, führt direkt und indirekt dazu, dass eine gewisse Gattung von Menschen bevorzugt behandelt wird – klar, denn alles kostet Geld. Und schöne Dinge, so könnte man meinen, sind schönen Menschen vorbehalten.

Um noch mal auf die Frage zurück zu kommen und sie mit meinen Worten zu beantworten:
Jemand, der vergisst, wie wichtig der Mensch hinter der Oberfläche ist, hat nicht begriffen, dass die schönsten Menschen meistens die hässlichsten sind.

Vielleicht teilt jemand meine Meinung oder hat selbst was dazu zu sagen, ich freue mich immer über Meinungen.