„Was wurde aus dem Dorfpunk?“ – von @sonderbayer

Geschrieben von sonderbayer am 28. Juni 2012
Dieser Post ist über ein Jahr alt. Eventuell haben sich die Details mittlerweile geändert, oder Links sind nicht mehr verfügbar.

„Was wurde aus dem Dorfpunk?“ – von @sonderbayer

Wenn ich nachts in meinem Bett liege und die Schatten in der Dunkelheit beobachte, dann denke ich an den jungen Dorfpunk, der doch immer anders sein wollte, der Rockstar werden wollte oder wenigstens die Welt verändern.

Denkt ihr auch an die wilde Zeit, in der uns klar war, dass wir uns nie beugen würden; nie in die Knie gehen, nie das Haupt senken vor den Zwängen der Gesellschaft. Tagsüber glauben wir zu wissen, das wäre pubertäres Geschwätz, doch nachts trauern wir diesen Gedanken hinterher.

Sind wir heute nicht gefangen in der eigenen Eitelkeit, zu eitel um normal zu sein, so individuell wie alle? So indie wie man nur sein kann, man habe ja schließlich Mando Diao schon live gesehen bevor sie Kommerz wurden. Alle Immer.

Sind wir nicht geworden wie unsere Eltern, die ja schließlich die Beatles schon gemocht haben bevor sie angesagt waren? Tragen wir heute nicht die gleichen Spießerklamotten wie einst unsere Eltern? Und freuen wir uns nicht insgeheim, wenn Mando Diao im Radio läuft?

Wieso können wir nicht hören, tragen, sagen, in die Welt schreien, was wir wirklich wollen?

Ich trage meine Haare länger und den Bart unrasierter, ich hab Löcher in den Jeans, und weigere mich Chucks zu tragen, das Zeichen der Indiekids. Einfach nur ein kleines bisschen anders sein zwischen all den Mario-Gomez-Frisuren und H&M-Shirts. Damit unsere Welt nicht so langweilig ist wie eine niemals enden wollende Power-Point-Präsentation.