Rufnummermitnahme? Vergiss es.

Geschrieben von kingalca am 23. August 2013
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Rufnummermitnahme? Vergiss es.

Es gibt offenbar Dinge in der Welt von Mobilfunkanbietern, die ganz scheinheilig nicht möglich sind. Ich möchte hier über den Werdegang eines (ursprünglich) zufriedenen o2-Kundens zu einem Bilderbuch-Arschlochkunden (der ich sonst nicht bin) sprechen.

Die Situation: meine Muddi hat vor einigen Jahren (um es genau zusagen 2 1/2 Jahren) einen Vertrag bei o2 für Ihren damals noch minderjährigen Sohn abgeschlossen (das war irgendwann vor meinem 18. Geburtstag). Jetzt, 2 1/2 Jahre später möchte ich – der Nutzer des Mobilfunkvertrages – den Mobilfunkanbieter wechseln. Gut, so weit so gut. Ich hab bei Oh Zwei angerufen und dort eine vorzeitige Rufnummer Mitnahme beantragt. Diese wurde mir auch überraschend schnell bestätigt, was echt klasse war.

Kurz daraufhin loggte ich mich in „Mein o2“ online ein und wählte den Punkt „Kündigung vormerken“ aus. Als ich dies tat wurde mir eine Nummer angezeigt, bei der ich anrufen müsse, damit meine Kündigung akzeptiert werden würde.

ohzwei

So weit so gut, ich muss also nur noch dort anrufen und Kündigen. Das wird ja wohl ganz einfach gehen.

Meinste.

Denn so einfach geht das nämlich gar nicht – als erstes wählt man die Nummer, dann bekommt man eine Ansage zu hören. „Bitte warten Sie. Ihre voraussichtliche Wartezeit beträgt: 5 Minuten.“

„Ok“, denkt man sich – 5 Minuten sich total akzeptabel und bla. In Summe hing ich 4 Stunden in der Warteschleife, wobei Kosten für ein Ortsgespräch angefallen sind. (eine 040-Nummer ist nichts, was kostenlos wäre)

Irgendwann hab ich gesehen, dass die OhZwei Jungs auch einen Livechat haben. Also habe ich diesen direkt mal angeschrieben, sichtlich erbost. Das lustigste war, dass ich die ganze Zeit mit dem Namen meiner Muddi geschrieben habe. Um den Witz daran zu verstehen muss man sagen, dass meine Mama einfach über 40 ist und ich in meiner typischen jugendlichen Art und Weiße, so wie hier, geschrieben habe. Ich will mir nicht vorstellen, was der Typ, der mir antwortete, gedacht hat, mit was für einem Menschen er da gerade überhaupt schreibt.

Whatever.

Fakt ist, dass ich nach 4 Stunden Wartezeit, die mir niemand erstatten will (in der Zeit hätte ich ja rein rechnerisch auch arbeiten können) einfach ein Fax schickte – bzw. meine Mutter. Ich kann ja nicht, da ich nicht der rechtmäßige Vertragsinhaber bin. Blöd gelaufen, hm?

DAS IST ABER NOCH GAR NICHT ALLES DENN ES WIRD VIEL SCHLIMMER.

Die Kündigung bei o2 ist durch, zum 1.10 bin ich also quasi Wasserfrei. Bye Bye O2 – war eigentlich ganz schön mit dir.

Als ich bei der Telekom den Vertrag haben wollte habe ich angerufen. Das war heute. Ich habe quasi den ganzen Tag damit verbracht, folgende Information zu erlagen: die Rufnummer kann nicht portiert werden. Weil der Vertragsinhaber ja eine Nina (die bereits erwähnte Mama) ist und kein Max (Ich).

Bis ich diese Info aber bekommen habe musste erst mal n halber Arbeitstag vergehen. Telekom anrufen, Problem schildern, vorstellen, bla bla bla.

Bei der ersten Aufnahme meiner Daten hat die nette Dame bei der Telekom als Rufnummer-Hoster nicht Oh Zwei Deutschland angegeben, sondern Oh Zwei Service. o2-Service hat aber nur Nummern von Mitarbeitern von o2 und ich arbeite sicher nicht bei dem Sauhaufen. Meine eklatante Bewerbung als Projektmanager bei denen gibt’s übrigens hier. 🙂

Ich bekam eine SMS von einem Telekom-Gateway, in der ich darüber informiert wurde, dass es Probleme bei der Portierung gab. Ich rufe also an und werde über den obigen Fehler aufgeklärt. Eine Kollegin muss nun eine neue Bestellung aufnehmen. Wieder alle Daten genannt, wieder erwähnt, dass der Vertrag auf meine Mum liefe, wieder keine Probleme. Kurz nach dem Telefonat, so knapp 20 Minuten, wieder eine SMS. Wieder Probleme.

Dies mal hab ich bei o2 angerufen und gefragt, ob da eventuell ein Problem vorliege. Der freundliche Herr mit dem sächsischen Dialekt meinte, dass das Häkchen im System stünde, und dass eine Portierung auf jeden Fall funktionieren muss. Auch er hat offenbar nicht verstanden, dass der Vertrag auf eine FRAU ausgeschrieben ist, ich aber im Gespräch klar gesagt habe, dass ich einen Vertrag bei der Telekom haben will und dass dieser Vertrag auf motherfucking MICH laufen soll.

Daraufhin rief ich erneut bei der Telekom an. Diesmal hatte ich eine etwas unfreundlichere Dame dran, die nicht aufgehört hat zu reden, als Ich sie unterbrach. Wirklich, unerhört. Diese Dame hat mich leider aber auch ab und an nicht ausreden lassen, also waren wir quit. Wie dem auch sei, diese Frau konnte mir jedenfalls die Lösung zu dem Problem liefern – der Inhaber differenziert sich. Warum eigentlich nicht gleich? Nach einem ganzen Tag voller privater Telefonate endlich die Lösung.

Das Problem mit der Rufnummer Portierung liegt aber, soweit ich das verstanden habe, gar nicht bei den beiden ISPs sondern bei der BUNDESNETZAGENTUR. Die Verlangen ganz offenbar, dass eine Rufnummer nicht den Besitzer wechseln kann, sondern nur den ISP an sich. Das wiederrum bedeutet, dass Rufnummern rein theoretisch nicht verkauft werden können.

Jetzt gäbe es ja zwei Möglichkeiten. Nummer 1: ich lasse die hinterlegten Daten bei o2 von meiner Mutti auf mich ändern. Was folgte war ein etwas empörteres Gespräch mit einer Ossibraut von Oh Zwei, die so was von schlimm mit Ihrem Dialekt gespielt hat, dass es mich wundert, wieso man so etwas in ein Call Center setzt. Auch diese Dame war zwar an und für sich freundlich, wurde aber richtig zornig und böse, als ich mal als durchaus enttäuschter Noch-Kunde mit dem Ton nach oben ging. Das passierte zum einen, als mir die Madame mitteilte, dass eine Vertragsübername 30€ kostet. Das ist eine Frechheit. Erst kann man keinen richtigen Service anbieten, lässt Kunden, die kündigen wollen, STUNDENLANG in der Warteschleife versauern, und verlangt dann noch Schema-F-Kosten, die man nicht mal kulanter Weiße erstatten möchte. Was für ein Dreckshaufen, ernsthaft.

Die andere Lösung wäre: die Telekom trägt die Daten meiner über 25-jährigen Mutter in einen Tarif ein, der für Menschen _unter_ 25 Gedacht ist. Das geht aber auch nicht, „das ginge nicht“, hieß es in einem Gespräch mit der nächsten östlich-angehauchten Dame im Telekomcenter.

Wie dem auch sei.

Ich hab jetzt dann bald eine neue Nummer und in einer Woche mein iPhone 5.

Die Moral aus der Geschicht: bist du kein Zahlender Kunde interessiert sich Oh Zwei für dich nicht. Arschlochladen.

Aber, was man immer wieder betonen muss, die Jungs aus dem Social Media Team von o2 leisten ganz hervorragende Arbeit. Meistens zumindest, mittlerweile bekomme ich kaum noch eine Antwort auf eine meiner tausend Hass-Replies. Sorry dafür!

Falls Ihr jemanden kennt, dem so was auch schon mal passiert ist, bzw. euch selbst, dann würde ich mich über ein Kommentar freuen – mal sehen wie viele Leute sich finden, die mit dem Service von Mobilfunkanbietern nicht zufrieden sind.

Bussi, Max