No regrets

Geschrieben von kingalca am 29. April 2015
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No regrets

Ich weiß nicht ob das an meinem jugendlichen Leichtsinn liegt, oder an meinem zu großen Ego, aber oft denke ich darüber nach, ob ich mir jetzt – in meinen jungen Lebensjahren – zu viele Sorgen um alles mache. Finanziell bin ich, bzw. meine Kinder, abgesichert, da mache ich mir also schon mal keine großen Gedanken. Kurzfristige Ausgaben, auch außerordentliche, kann ich so schon stemmen auch wenn das bedeutet dass der Anwalt halt nun den geplanten Urlaub ersetzt, oder dass ich einen neuen Schrank brauche, der darf dann aber auch nicht weniger als 500 Mücken kosten, soll ja was können. Finanziell gesehen sind mir die meisten Sachen egal. Ich spare nur ein notwendiges Minimum, habe ein kleines Portfolio an Aktien, die so vor sich hin vegetieren und ansonsten steh ich was das angeht ganz gut im Leben.

Darüber denke ich aber auch nicht nach. Mir gehts um Momente und Erlebnise, die ich erfahre und mache, oder eben nicht. Und genau diese, die ich nicht verwirkliche bringen mich zum nachdenken. Ich habe da meine wunderbare Freundin, die ich liebe. Und im nächsten Moment denkt man an all die Menschen, mit denen man in der Zeit aber auch Spaß haben könnte, und ich rede da jetzt nicht von wild rumvögeln sondern tatsächlich ganz objektiv von Zeit mit jemandem verbringen, der nicht dein Partner ist.

Das heißt weder, dass ich die Begleitung oder Anwesenheit meiner Freundin nicht geniese, noch heißt es, dass ich nicht aufrichtig bin. Ich denke einfach viel darüber nach wie es wäre, wenn alles anders wäre. Und das macht mir neugierig. Ich meine, ich kenne mein Leben in der Form wie es ist sehr gut, schliesslich spiele ich das Lebensspiel ja jeden Tag auf meine Weise und manchmal erscheint es mir so, als wäre das Ziel des heutigen Tages einfach wieder nur ins Bett zu gehen. Das erscheint mir dann oft recht mager und trist.

Seit einiger Zeit, sagen wir mal so 3-4 Jahre, versuche ich möglichst viele meiner Entscheidungen, nachdem ich sie einmal getroffen habe, nicht rückgängig zu machen, nur um zu sehen, ob das Ergebnis etwas gutes hervor ruft oder nicht. Das hat mehrere Vorteile, aber auch Nachteile. Zum einen erscheint man wesentlich selbstbewusster in seiner Umwelt, da man „zu seinen Worten steht“ und zum anderen empfindet man offensichtliche Fehlentscheidungen als weniger schlimm, man akzeptiert dass Fehler auf dem Weg zum Erfolg dazu gehören und dass man es das nächste mal, wenn es denn für dieses Erlebnis ein zweites mal gäbe, besser machen kann oder soll. Wer einen Fehler ein mal macht, ohne ihn zu erkennen, der macht Ihn auch zwei mal.

Ich bin kein Mensch, der Fehler zwei mal hintereinander machen möchte. Damit komme ich soweit auch klar. Gut, hier und da mache ich Dinge die derart doof sind, dass ich mir dafür selbst in den Arsch beißen möchte, aber ich trage diese Erlebnise einfach als ein Teil meiner Gesamterfahrung mit mir.

Und trotzdem denke ich oft „Warum müssen die Leute am Bahnhof so laut reden, das geht doch kein Schwein was an?!“ – und genau da liegt das Problem. Es ist scheiß egal wer was wo wann wie macht, im Grunde geht es MICH ja nichts an, was jemand anders mit jemand anderem irgendwo anders macht, solange es mich nicht direkt oder indirekt betrifft. Das ist noch so ein Punkt auf meiner langen Liste der zu erlernenden Eigenschaften, weniger darauf zu achten, was wohl andere Leute über mich denken könnten. Andere Menschen könnten sich nicht noch weniger für mich interessieren, als Sie es jetzt eh schon tun. Warum ein lautes Auto kaufen? Um meine Mitmenschen zu beeindrucken? Ja, toll. Dann lieber Bahn fahren.

Mehr machen, weniger bereuen.