Willkür oder Rassismus?

Geschrieben von kingalca am 9. September 2013
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Willkür oder Rassismus?

[alert type=“general“]Da es trotz aller Hinweise immer noch Idioten unter den „ach so korrekten“ gibt, lest auch diesen Beitrag – am besten zuerst. Danke.[/alert]

tl;dr: alle Menschen sind Volltrottel und jeder kümmert sich doch eh nur um sich selbst, anstatt um eine notwendige Gleichberechtigung. Achja, und niemand hat einen Plan vom leben.

Hach ja. Internet. Die Option, zu sagen was man will, wird ganz schön ausgenutzt. Derzeit zieht sich der Hashtag „#schauhin“ durch Twitter und alle integrierten Migranten twittern wie blöd, wie scheiße doch Deutschland ist und wie schrecklich unfair die Lebensbedingungen hier sind. Leben und (hoffentlich) arbeiten tun sie aber trotzdem alle hier. Aber Hey, Hauptsache es wird gemeckert. Aber mir reicht das jetzt langsam. Zuerst die Hetzjagd gegen Männer „#aufschrei“ (Entschuldigung an dieser Stelle an alle, die ohne feministischen Hintergedanken eine unschöne Situation beschreiben wollten, ich spreche hier ausschließlich diejenigen an, die das nur genutzt haben um Ihre Männerfeindliche Propaganda loszuwerden), jetzt „#schauhin“.

Was ist #schauhin?

Also, der Hashtag wird dazu genutzt um Alltagsrassismus aufzudecken. Damit Rassismus atmen und gedeihen kann bedarf es vieler Umstände, denn der Mensch ist in seinem Ursprung kein gehässiges Wesen:
es muss ein „Feindbild“ (sozusagen) existieren. Dieses Feindbild entsteht beispielsweise durch Aussagen, Aktivitäten und Gewohnheiten, die als „nicht korrekt“ – oder sagen wir es mal korrekter – „nicht gewöhnlich“ gelten. Aber allein dadurch entstehen keine Feindbilder. Es kommt auf den Inhalt an. Da fehlt jetzt natürlich noch eine große gute Ecke, da Rassismus eigentlich noch _sehr viel mehr_ ist, aber offenbar denken einige, dass jede kleine Kritik an einem Ausländer heutzutage schon Rassismus ist. Ein paar meiner besten Freunde sind Migranten, sprechen nur schlecht Deutsch, und so weiter.

Jeder Vergleich, den ich hier beschreibe, implizierte (mindestens) einen dieser „Minderheiten“, daher halte ich es für gerechtfertigt, dass Herkunftsland (falls bekannt) hier auch zu erwähnen. Bei den meisten #schauhin-Tweets wird auch erwähnt, dass es sich um Deutsche Diskriminierende handelt, bzw. kann man am Autor ja das Ursprungsland erkennen, daher ist es für euch ganz offenbar ja wirklich wichtig, dass man sieht, wer hier der geschädigte ist.

Bevor ich aber loslege möchte ich noch kurz anmerken, dass mich diese extremistische Verhaltensart der paar Individuen so sehr aufregt, die Hashtags ala #aufschrei und #schauhin nutzen, unglaublich – pardon – ankotzt. Als erstes tritt man einen Umstand breit, und jeder, der dagegen protestiert wird Opfer eines gut angelegten Shitstorms. Wenn ein Hashtag gegen Personengruppe XYZ abzielt (bei Aufschrei waren es Männer, bei Schauhin sinds Deutsche. Das Gegenteil lässt sich ja leider nicht beweisen, das wird ja ständig betont: der Chef, der Kollege, der Deutsche, …), und jemand, der potentiell aus der Personengruppe XYZ kommt, aber nie irgendwas bösartiges getan hat sich gegen diese gemeine und bösartige Art des Rufmords wehren möchte, dann wird er gleich niedergebuttert. Einfach nur, weil er den Leuten sagen will, dass die meisten Sachen überhaupt nicht so schlimm sind, wie sie breitgetreten werden – es gibt ja noch andere Arten der Kritik daran, aber das erscheint mir als geläufigste.

Jetzt bei #schauhin twittert eine Türkin in Burka im Avatar ganz munter darüber, wie sie hier von deutschen Männern verarscht wird, lebt aber gleichzeitig Ihren türkischen Glauben und ordnet sich auch der Gesellschaftsstruktur, die dort herrscht, unter. In Deutschland ist das Tragen einer Burka nicht üblich – Deutschland ist ein christliches Land, ein Land, in dem die Bibel und nicht der Koran Jahrzehntelang _das_ Buch der Religion war. Warum das jetzt nur wegen einer Minderheit anders sein muss versteh ich nicht. Wenn man als Deutscher eine Kirche in der Türkei bauen möchte, dann bekommt man auch eins auf den Deckel und da ist kein Platz für Dialoge.

Gut, das mag zum einen an dem Staatsoberhaupt liegen, der den Türken in Deutschland sagt: „Lernt kein Deutsch! Baut Minarette! Betet! Seid gute Muslime. Ihr seid unsere Speer Spitzen in der Welt.“. So was ist schon ziemlich krass, finde ich. Auf der anderen Seite finde ich es schon ziemlich dreist: man zieht in ein anderes Land, weil man es dort besser hat und teilweise in seiner Heimat überhaupt keine Perspektive geboten bekommt und dann will man dieses Land auch noch bis ins Unkenntliche anpassen. Das ist schon arg.

Diese Überhangschuld aus dem zweiten Weltkrieg, diese Pseudo-Toleranz, zu allem ja zu sagen und zu allem nickend zuzustimmen, das gefällt mir nicht. Ich habe nicht einen Ausländer ermordet oder das befürwortet, wieso soll ich meinen Kopf jetzt dafür herhalten und jede noch so perfiden Änderungswunsch akzeptieren? Das steht doch in keiner Relation!

Aber nun gut. Ausländer werden in Deutschland dumm angemacht? Alter, Deutsche werden in Deutschland von Ausländern dumm angemacht! Ich habe noch nie einen Streit mit jemandem angefangen, weil er ein Ausländer (oder eine Frau bspw.) ist, und trotzdem wurde ich in der Grundschule von Türken und Kroaten verprügelt. Trotzdem wurde ich „deutsche Kartoffel“ von einem Türken genannt, der mit mir zusammen auf die Hauptschule ging.
Aber das war alles in Ordnung, denn schließlich geht die Gewalt hier von Ausländern aus. Als Ich mal einen Türken verprügelt und Ihm zwei Rippen gebrochen habe, 3 Wochen nachdem er mich mit seinen 3 Freunden fast Krankenhausreif geschlagen hat, gab es richtig ärger: eine Anzeige, ich wäre mehr oder weniger fast von der Schule geflogen, ich musste Sozialstunden leisten, bla bla bla. Glaubt Ihr, dass einer der vier Türken damals Ärger bekommen hat, trotz Anzeige? Und dennoch mag ich die Türkei. Politisch zwar zum kotzen, aber sonst sind das alles nette Leute.

Ich habe mich nie darüber beschwert, dass das Türken waren, die mich geschlagen haben. Wieso haben die mich denn so verletzt? Der Grund? Es gab keinen. Wir waren Fußballspielen, meine Kumpels sind abgezogen um was zu trinken holen, ich war alleine auf dem Bolzplatz, die Typen kamen, fanden es lustig mich zu schikanieren, irgendwann schubsten sie mich und hauten so lange auf mich ein, bis ich am Boden lag. 🙂 Geil.

Ist das auch Willkür? Oder ist das Rassismus?

„Wäre ich ein Türke gewesen, wäre das nicht passiert“, könnte man sagen. Aber stimmt das denn?

Jeder meinte damals, dass das „ja nur Jugendliche“ waren. Für mich nicht. Für mich waren das Rassisten. Das waren Menschen, die auf Basis des Schutzmantels des Rassismus, den Sie eingebläut bekommen, sich an den Bewohnern Rächen, in dem Sie jemandem Schaden zufügen, der überhaupt nichts dafür kann (in dem Fall mich).

Aber eben nur diese 4. Nicht das ganze Land, aus dem Sie kommen. Das war nicht, weil ich was blödes gesagt habe. Das war einfach nur Willkür.

Wenn ich einen meiner langjährigen Freunde (Türke) als „scheiß Ausländer“ (Singular) bezeichne, dann weiß er ganz genau, dass ich das (nur) zu Ihm nur sage, wenn er sich scheiße und unangemessen verhält und nicht, weil ich Türken scheiße finde.

Dummheit hat halt keine Staatsbürgerschaft. Das, was heutzutage unter dem #schauhin-Deckmantel so breitgetreten wird ist meiner Meinung nach zu 50% kein Rassismus, sondern einfach nur Hass, weil Ihr so unglaublich schlechte, nervige. dumme Menschen seid, die sich nicht benehmen wollen und hier auf Ihre Rechte pochen, die wir umgekehrt in deren Land gar nicht bekommen würden. Scheißegal, aus welchem Land dieser Erde Ihr kommt. Meistens seid Ihr einfach nur gnadenlose Idioten und werdet deshalb auch wie welche behandelt. Das geht vielen Deutschen doch ganz genauso, Ihr seid da nicht alleine. Idioten werden wie Idioten behandelt, und ganz ganz viele Migranten schaffen es binnen weniger Monate hochrangige Positionen in extrem wichtigen Firmen zu erlangen, so arg kanns dann doch gar nicht mit dem Rassismus sein, oder? Jeder bemitleidet sich ständig selbst und niemand will seines eigenen Glückes Schmied sein, stattdessen macht man es sich lieber einfach, zu lasten von anderen.

Kümmert euch doch einfach alle um Gleichberechtigung, dann gibt es so Probleme wie Alltagsrassismus gar nicht. Daher ist meiner Ansicht nach „Rassismus“ größtenteils Willkür, die halt nur immer irgendein Ventilopfer braucht – und auch bekommt. Eben einfach nur, weil komplett andere Menschen einem dafür den Grund geben, unabhängig davon, woher er kommt.

Ach ja, dass man sich als Ausländer auch mal gegen was wehren kann (und durchaus auch soll), beweist der Autor dieses Blogs hier atemberaubend gut. Leute wie er sind das beste Beispiel dafür, dass man sich durchaus zur Wehr setzen kann, ohne gleich die komplette deutsche Gesellschaft beleidigen zu wollen, sondern eben nur die Leute, die gegen den Bau von Minaretten waren (was meiner Meinung nach eigentlich gar keine Debatte hätte sein sollen).