Gleichberechtigung für Frauen. Gerne. Aber bitte richtig!

Geschrieben von kingalca am 8. März 2013
Dieser Post ist über ein Jahr alt. Eventuell haben sich die Details mittlerweile geändert, oder Links sind nicht mehr verfügbar.

Gleichberechtigung für Frauen. Gerne. Aber bitte richtig!

Immer das gleiche. Man schreibt was, man formuliert ein oder zwei Sätze etwas anders, als man sie meint bzw. sie sind zweideutig und schon geht das Geflame los. Ernsthaft, spart es euch. Ich kann absolut nichts mit euren inhaltslosen unkonstruktiven Aussagen anfangen und ich interessiere mich auch nicht für Menschen, die meinen, dass ich, nur weil eine meiner vielen Meinungen anders sind als eure, ein dummer Mensch bin. Ich erwarte von meinen Lesern eine gewisse soziale Grundintelligenz und wer meint, hier mit unkonstruktiver Scheiße anzutanzen wird sein Kommentar hier nicht besonders lange ansehen können.

Heute ist Weltfrauentag. Das ist schön für die Frauen, die mitunter wunderbarsten Wesen auf dieser Erde. Ich mag keine Ungerechtigkeit und das ist auch in Ordnung. Und ich bin auch voll für Gleichberechtigung, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Glaube, Sexualität, Haar-/Augen-/Schaamhaarfarbe. Ehrlich! Pro Woman Rights. Pro Homo-Ehe, alter. Und ich mein das ernst. Ich meine das sogar so ernst, dass ich auch Neonazis und homophobe Menschen gleich behandle. Nur, weil sie eine andere Meinung zu einem Thema haben heißt das noch lange nicht automatisch, dass Sie deswegen andere Rechte genießen sollten.

Ich finds gut, wenn alle Leute die gleichen Rechte genießen. Gut, so wird es niemals sein. Zu Leben heißt Kompromisse einzugehen. Aber so, wie es im Moment ist, ist es doch auch super scheiße:

Viele Frauen fordern mehr Rechte. Ist OK und legitim. Steht Ihnen auch zu. Vor 10 Jahren standen Frauen wesentlich schlechter im Bild. Klassische Stereotypen regierten die Köpfe. Ich für meinen Teil muss sagen: das finde ich teilweise auch gut so. Aber: Revolution ist was gutes, und somit auch der Schrei der weiblichen Gesellschaft für mehr Gleichstellung.

Für alle, die nach nachstehendem Absatz aufhören zu lesen und anfangen, mir beschissene Mentions aus der Hölle zu schreiben: der Block sei euch gewiss.

Aber wieso fordert Ihr immer nur für mehr Rechte für Frauen? Wieso nicht gleich Menschenrechte? Macht doch in der Gesamtheit Sinn. Macht eigentlich nur als Gesamtheit Sinn. Eine Forderung nach mehr Rechten für Frauen kann aber nicht wirklich ernst genommen werden, wenn man zwar die eindeutigen Benachteiligungen aus der Welt schaffen will, nicht aber auch die teilweise damit verbundenen negativen Aspekte in Kauf nehmen will. Das ist wie, wenn man ein Atomkraftwerk betreiben möchte, gerne auch mit den „handelsüblichen“ Brennstäben, aber Atommüll will man keinen haben. Es gibt einfach immer eine zweite Seite, und solange man nur eine (in dem Fall, die positive) davon will, wird das Konzept nie aufgehen und immer zu Konflikten führen. Völlig egal, wer fordert.

Ich persönlich finde Stereotypen an sich gut – solange sie von allen Parteien akzeptiert werden und jeder glücklich mit der Situation ist gäbe es ja überhaupt keinen Grund, irgendetwas zu ändern. Eigentlich. Ist aber nicht so. Ich kann das nachvollziehen. Männer, sind wir mal ehrlich: Frauen haben es oft nicht einfach, gerade wenn es um berufliche Aspekte geht. Das finde ich persönlich auch doof. Ich bin ein Freund von Gleichberechtigung, aber man muss sich halt immer überlegen auf welcher Basis.

Eine Frau, 25 Jahre alt, 3 Jahre Berufserfahrung mit einer abgeschlossenen Ausbildung in einer Branche, die von Männern dominiert wird darf erwarten, dass sie das gleiche verdient wie ein Mann, 25 Jahre mit 3 Jahren Berufserfahrung und einer abgeschlossenen Ausbildung. Eine Frau, 24, eine Ausbildung für einen anderen Berufszweig, nur eine Umschulung und keine Branchenspezifische Erfahrung darf NICHT erwarten, dass sie das gleiche verdient.

Ich mache jetzt mal eine kleine IST-Analyse und danach eine SOLL-Analyse.

In den letzten 5 Jahren wurde es ein immer größer werdendes Thema als Frau möglichst Emanzipiert zu sein. Klasse Sache. Was mir aber immer wieder auffällt ist die Angst vor Pflichten oder „Erwartungen“, wenn man es so nennen möchte. Ja, liebe Frauen, Männer übernehmen viele dieser „Pflichten“, die womöglich unangenehm sind, wenn man nicht in diese Stereotypenrolle hineingeboren wurde. Essen zahlen. Ins Kino einladen. Geschlagen werden. Das sind typische Männer-Aufgaben (oder eben Dinge, die man über sich ergehen lassen muss). Amelie hat einen Kommentar verfasst, der es ziemlich genau auf den Punkt trifft und das ganze Thema noch mal zusätzlich abrundet. Sie geht einfach auf ein paar Themen ein, auf die ich jetzt nicht eingegangen bin, die aber eigentlich hier rein gehören.

Manche Frauen neigen dazu, Männern (besonders den untreuen) gerne mal eine zu scheuern. Eine „Watschn“, wie wir in Bayern sagen. Cool Story, Bro. Frau schlägt Mann. Gesellschaftlich jetzt nicht so prickelnd, aber dennoch Ok. Mann schlägt Frau. OH MEIN GOTT, EIN FRAUENSCHLÄGER. Bestes, wenn auch abgestumpftes, Beispiel. Gleichberechtigung würde bedeuten, dass es keinen Unterschied mehr macht, wer wen schlägt. Mal davon abgesehen, dass es grundsätzlich einfach nur geistig behindert ist, wenn man seinen Partner und/oder einen anderen Menschen schlägt. Es sei denn zur Selbstverteidigung. Was auch immer.

Gewalt ist ja grundsätzlich doof, aber es ist einfach so: Gewalt, die von Frauen gegen Männer geht, wird „toleriert“. Umgekehrt nicht. Wer was anderes behauptet lebt abseits der Realität.

Meiner Meinung nach hegen viele Frauen eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Männern. Ihr geht essen? Klar, er zahlt. Rechnung teilen – gibt’s auch, aber wieso gibt’s dann böse Blicke? Emanzipation? Gleichberechtigung? Am Arsch. Frauen, die so handeln sind in meinen Augen einfach nur Egoistisch und ganz sicher nicht auf der Suche nach Gleichberechtigung.

Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Frauen häufig weniger verdienen. Auch scheiße – wieso denn? Frauen sind in Jobs, in denen keine Muskelkraft gefordert wird (sorry, aber da bin ich altmodisch: Frauen sind keine Muskelprotze und auch nicht dazu veranlagt, viele Muskeln zu haben…) mindestens mit einer gleichen Ausbildung und Erfahrung gleichwertig qualifiziert.

Aktuell werden ja auch vor allem viele Führungspositionen mit Frauen besetzt, um die Frauenquote zu erhöhen. Das ist zwar schön, weil dann die Statistik super aussieht, aber am Ende sind das vielleicht freundliche Menschen, aber absolut unqualifiziert. Geht doch auch nicht. Man muss also abwägen, was Sinn macht und was eventuell nur ein Mittel zum Zweck ist.

Ein akzeptabler SOLL-Zustand wäre doch folgender: Stereotypen würden abgeschafft werden. Sätze wie „Typisch Frau“ oder „Typisch Mann“ verschwinden dadurch einfach. Es ist völlig irrelevant, wer wem das essen zahlt. Sind wir mal ehrlich, Männer: wir laden unsere Herzdamen gerne zum Essen ein. Schadet ja auch niemandem, so hin und wieder. Aber darf man dann nicht auch irgendwas als Gegenleistung erwarten? Das Leben ist nun mal ein Geben und Nehmen und da finde ich sollte man sich nichts rausnehmen dürfen, nur weil man 2 Brüste oder einen Penis hat.

Also daher ein Appell an alle Frauen, die mehr Rechte fordern: hört auf, die Vorteile des Frau seins auszuleben sondern stellt euch selbst Gleich und beansprucht nicht den Geldbeutel  oder was auch sonst immer eurer Männer. Das ergibt vorne und hinten keinen Sinn und bringt euch nicht auf den richtigen Weg der von euch geforderten Emanzipation. Wie gesagt: Leben bedeutet Kompromisse einzugehen – das gilt für jeden.

Konsequent zu Ende gedacht bedeutet dass aber auch das Ende aller „Geh in die Küche“-Scherze. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Kompromisse.

Rücksichtsvoller Umgang wäre eigentlich ein guter Anfang. So könnte jeder ein wenig mehr von dem bekommen, was er fordert.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, für Shitstorms aller Art bin ich bereit und ich möchte Sie auch wissen lassen, dass mich Ihre negative Meinung über meine Meinung nicht im Geringsten Interessiert. Für konstruktive Kritik (positiv wie negativ) hingegen bin ich stets offen und freue mich darauf.