Die Revolution stirbt aus – Lang lebe das Revoluzzertum – von @Sn0mi!!!

Geschrieben von sn0mi am 3. Juli 2012
Dieser Post ist über ein Jahr alt. Eventuell haben sich die Details mittlerweile geändert, oder Links sind nicht mehr verfügbar.

Die Revolution stirbt aus – Lang lebe das Revoluzzertum – von @Sn0mi!!!

„Wir müssen uns endlich gegen die Unterdrückung hier wehren!“ schreit ein Mädchen, und verdammt noch mal, sie hat recht. Sich bei uns an der Schule über einen Lehrer zu beschweren, der früher offenbar keine Freunde, dafür aber eine 1+ in „Quälen“ hatte, gleicht einer kaputten Parkuhr. Sie nimmt einfach nicht an, was du einwirfst bzw. sie ignoriert jede Bitte.
Aber niemand nimmt das Mädchen ernst. Die meisten anderen Schüler lachen. Nur einzelne wissen, dass sie Recht hat.
Es lachen immer noch alle. Kaum jemand nimmt ernst was sie sagt, zu wenige denken auch nur einen Moment darüber nach. Niemand versucht zu schützen, was das Gelächter zerstört. Es zerstört eine Eigenschaft, die zu vielen Menschen fehlt. Der Wille zur Veränderung. Der Mut, zu sagen was man denkt, die Vorstellungskraft, die es braucht, um sich eine bessere Welt auszumalen.
All das bewahrt sich das Mädchen, tapfer. Sie besucht Demonstrationen, die vielleicht dazu beitragen die Welt ein klein bisschen besser zu machen. Dabei wird die Revoluzzerin in ihr vor allem eins: Mit Füßen getreten, durch Lache niedergeschmettert und durch Schweigen lächerlich gemacht.
Aber ist es nicht irgendwie erbärmlich, wenn zu viele Menschen einfach lachen, weil ein Mädchen es eben nicht einfach zulassen will, was in dieser Welt passiert? Wo ist er, der Wille zur Veränderung? Wieso interessieren uns mittlerweile nicht mal mehr die Dinge, die uns nicht hauptsächlich, aber doch zu einem großen Teil betreffen?

Der Mut, etwas zu verändern, er fehlt den meisten. Er fehlt und geht weiter verloren, weil die Mehrheit ihn nicht hat. Und am Ende stehen wir da und fragen uns, wo die Revolution ist, die es dringend braucht. Sie liegt am Boden, zersplittert, wir haben mehrfach draufgetreten.
Und erst, wenn es uns plötzlich alle betrifft, werden wir merken, wen und was wir da eigentlich ver- und zerstört haben. Lang lebe daher das Revoluzzertum!